Das ist Theater: die Kunst uns selbst zu betrachten.
Theaterpädagogik heißt Theaterspielen mit und für Menschen. Dabei geht die künstlerische Arbeit immer von den Möglichkeiten der einzelnen Menschen aus. Hierbei können die Spieler/innen sich neu erleben, indem sie in verschiedene Rollen schlüpfen und dabei neue Verhaltensweisen ausprobieren und die Perspektiven anderer einnehmen.
Ich sehe mich dabei als Unterstützerin dieses Prozesses. Meine Kenntnisse über Theater- und Schauspielmethoden bilden das Handwerkszeug, das die Entdeckungsreise der Spielerinnen und Spieler ermöglicht. Ich bin als Schauspiellehrerin, Theaterpädagogin, Kommunikationstrainerin und Regisseurin die, die “die Lampe hält”, um es mit Peter Brook zu sagen.
Die Bühne scheint mir der Treffpunkt von Kunst und Leben zu sein.
Theaterpädagogische Arbeit ist in unterschiedlichsten Kontexten und Formen möglich: als Unterstützung pädagogischer Arbeit, als künstlerische und kulturelle Bildung, zur Unterstützung sozialer und soziokultureller Prozesse sowie als Methode für Reflexion und Teambuilding in Arbeits- und Lernsituationen. Immer beinhaltet sie für mich, dass die Einzelnen in ihrer Eigenart wahrgenommen werden und sich zudem als Teil einer Gruppe erfahren. Lebenswirklichkeiten werden aufgegriffen, in theatraler Form bespielt und damit reflektiert.
Das Theater bildet nicht etwa das “echte Leben” ab – es ist das echte Leben. Nur dann ist es wahrhaftig genug, um gezeigt und gesehen zu werden.
Du vereinst für mich so schwer vereinbare Dinge wie Loslassen und im nächsten Moment total auf den Punkt kommen.
Meine Arbeitsweise ist geprägt von den Theatermethoden, mit denen ich mich seit vielen Jahren beschäftige. Theater ist für mich eine Form der Kommunikation. Kommunikation bedeutet im Theater den Umgang mit Sprache, aber auch nonverbale Vorgänge, Bewegung als Sprache. Im Arbeitsprozess erfordert sie zudem Kritik- und Konfliktfähigkeit, Offenheit und Fairness.
Im künstlerischen Kontext habe ich meine Fähigkeit zur Improvisation mittels Unterricht in Improvisationstheater und im Action Theater™ ausgebildet, aber auch im Alltag habe ich die Fähigkeit zu improvisieren. Das bedeutet in der theaterpädagogischen Arbeit, dass ich mich auf die Eigenarten und Prozesse der Gruppe und der einzelnen Menschen einlasse und damit arbeite. Das macht meine Arbeit lebendig und sinnvoll.
Ich konnte mich auf deine Kreativität und deinen Überblick verlassen, ich wusste als Spieler, dass bei dir alles (so also auch ich) in guten Händen ist.
Am meisten an deiner Arbeitsweise schätze ich deine “humorvolle Ernsthaftigkeit”.
Durch die Verbindung von Theaterpädagogik mit dem vorangegangenen Studium der Sozialpädagogik bin ich in der Lage, eine Gruppe durch einen inhaltlich und gruppendynamisch anspruchsvollen Prozess zu begleiten, da ich sowohl über kommunikative Methoden der (An-) Leitung von Gruppen (wie die Transaktionsanalyse nach E. Berne, die Themenzentrierte Interaktion nach R. Cohn und die Gesprächsführung nach C. Rogers) als auch über die notwenigen theaterpädagogischen Kenntnisse verfüge.
Dem Humor habe ich mich mit der Clownerie künstlerisch genähert. Zur Figur des Clowns gehört für mich die Möglichkeit anders zu denken als aus der gewohnten Perspektive, die Fähigkeit zum und die Lust am Scheitern, das Spiel mit Normen und Grenzen einer Gesellschaft, die Balance zwischen Nicht-Spielen und Spielen, zwischen Sein und Zeigen, die direkte Kommunikation mit dem Publikum und Transparenz. Humor prägt auch die Art und Weise, wie ich theatrale und interaktive Prozesse in Gruppen begleite. Das bedeutet für mich Dinge ernst zu nehmen, ohne mich von dem Ernst überwältigen zu lassen.
In meiner Arbeit suche ich die Verbindung vermeintlicher Gegensätze:
- Kunst und Pädagogik
- Beachtung persönlicher und soziokultureller Aspekte
- Förderung individueller Stärken und der Gruppendynamik
- Arbeiten mit den Einzelnen und dem Ensemble
- Melancholie und Leichtigkeit
- Humor und Ernsthaftigkeit
- Physisches und musikalisches und sprachlich anspruchsvolles Theater

